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Jahresreflexion- Dinge, die ich 2019 gelernt habe

Eine bewusste Rückschau am Jahresende habe ich tatsächlich noch  nie gemacht. Keine Zeit. Kein Bedarf. Kein Interesse. Dieses Jahr ertappte ich mich jedoch  dabei, mich unbewusst mit dieser Frage zu beschäftigen und ich dachte mir: Mensch, da will unbedingt was raus. Dieses Prinzip kennen wir alle vom Klo und daher wissen wir auch: wenn etwas raus will, lass es raus, sonst gibt es Verstopfung.  Und so entstand meine erste  Reflexion , die die letzten 12 Monate zusammenfasst und auswertet.

Wenn das kein Beweis dafür ist, dass ich weise werde…

Oder alt…

 

Ähm…nee…bestimmt  doch weise.

1.      Lass dich auf Kämpfe und Herausforderungen ein.

Dieses Jahr habe ich zweimal Situationen die Stirn geboten, aus denen ich noch letztes Jahr geflüchtet wäre.

Bisher hörte ich auf die verdammt laute Stimme in mir, die mich anschrie: Renn weg, wenn es Angst macht. Renn weg, wenn es unangenehm wird. Renn weg, wenn es weh tut. Du muss es nicht aushalten. Verlasse einfach die Situation.

Und so beendete ich erfolgreich  Beziehungen und kündigte Jobs. Man muss es sich ja nicht antun, wenn es unschön wird. 

Dieses Jahr haben sich gleich zwei Situation ergeben, bei denen ich entschied, zu bleiben. Auszuhalten. Nicht weg zu rennen. Ich bin ehrlich: das waren die größten Herausforderungen meines bisherigen Lebens. Es machte Angst, sich dem auszusetzen. Es machte unsicher, die Kontrolle abzugeben. Es kostete unfassbar viel Überwindung, Energie und tausende Mantra Wiederholungen, nicht in die alten Muster zurück zu fallen, sondern sich dem Neuen zu stellen und dabei nicht durchzudrehen.  Aber ich habe begriffen:  

Wenn es nicht weh tut, formt es dich nicht. 

Am Ende  überwiegt die Freude und Stolz, dass ich gekämpft , und alles gegeben habe. Der Prozess hat mich so stark geformt, hat mir Selbstvertrauen geschenkt und Demut vor dem Leben und seinen unzähligen Konstellationen gegeben. Ich habe meinen Ängsten kein Futter gegeben,  meine Dämonen besiegt und die alten Pfade verlassen. Und am wertvollsten ist die Erkenntnis, dass ich es kann, dass diese Superpower in mir schlummert…immer geschlummert hat. Sie hatte nur keine Möglichkeit  gehabt, sich zu zeigen, weil ich sie nie auf die Spielplätze gelassen habe.

 

 

Ab sofort tue ich es sicherlich öfters und lass mich durch die Herausforderungen des Lebens formen. Es ist schwer, aber hey, wenn es einfach wäre, könnte es jeder.


2- Lerne, eine helfende Hand anzunehmen.

Diese Lektion zu erklären ist einfach und wird kurz: Zu denken, man kriegt alles alleine hin ist eine Dummheit. Und keineswegs die Lösung des Problems. Das Ego erlaubt es uns oft nicht, um Hilfe zu bitten, weil wir denken, damit unsere Schwäche zu zeigen.

Wie dämlich! Menschen wollen gerne helfen, wenn du sie lässt. Es ist ihre ursprüngliche Natur. Es macht allen ein gutes Gefühl und löst dein Problem. Also, nimm die Hilfe an und danke dafür:

Misstrauen aus!

 

Vertrauen an!


3- Wähle Mitgefühl statt Hass.

Mir ist da so ne blöde Sache passiert: ich wurde belogen, betrogen, hintergangen. Ja, Shit happens.

Als die Bombe hoch ging, war ich wütend, ich tobte, schrie und heulte. Zu meiner eigener Überraschung war, nachdem ich mich beruhigt habe, keine Wut mehr da. Kein Hass. Nichts Dunkles. Sondern nur Mitgefühl und Verständnis. Für die Situation, für die Umstände, für die Person. Manchmal bleibt einem Menschen nur die Option der Lüge, weil alles andere so schwer zu ertragen wäre. Und schmerzhaft. Ich weiß ja.

Also  wartete ich  noch einige Tage , doch es blieb dabei. Kein Hass, keine Rachegelüste. Nur etwas Traurigkeit über den Ausgang der Situation.

 

In mein Inneres kehrte ziemlich schnell eine sonderbare  Ruhe ein. Woher sie kam, das weiß ich nicht.  Kein nervöses Beben , sondern ruhiges Akzeptieren und Annehmen. Noch kann ich nicht ahnen, ob es mir immer so gelingt und woher es eigentlich kam,  aber ich wünsche es mir. Es ist nämlich so: mein Innerer Frieden, die Zufriedenheit in meiner Seele sind das, was ich bekomme, wenn ich auf Hass verzichte. Und das ist ein gutes Geschäft. Ich wähle Mitgefühl und den inneren Frieden. Und ich gebe Groll und Wut und Hass ab. Deal!


4- Du bekommst genau das, was du bei anderen verurteilst.

Die Moral von der Geschicht ist ziemlich einfach: meine Mama sagte es mir immer. Und ich musste 38 werden, bis ich verstanden habe, was sie meint.

Warum haben Mamas immer, immer, immer recht?

Also: Überleg dir gut, ob du auf eine Situation,  die du bei anderen siehst, mit Ignoranz, Arroganz, Unverständnis oder Ablehnung reagierst . Od du den Menschen von oben herab, sein Problem mit einem genervten Augenrollen abtust. Das Universum sorgt dafür, dass du exakt das gleiche bekommst, um nie, nie, nie wieder so ein Arsch von Mensch zu sein.

 

Mit Akzeptanz und Toleranz geht es allen viel besser auf dieser Welt. Jaaaahaaa, Mama , ich weiß, du hast es immer schon gesagt. Maaaann!


5- Schätzelein, manchmal einfach mal die Fresse halten!

Oh ja.

Ich !

Will!

Immer!

Das!

Letzte!

Wort!

Haben!

Es ist wie eine Krankheit. Wie eine Zwangsstörung. Ich muss einfach! Schrecklich ! Bitte verzeiht, es ist nur das Ego, welches aus mir spricht!

Ein Vortrag eines tibetischen Mönchs dieses Jahr hat mich wahnsinnig berührt.

Ich saß in erster Reihe, er schaute MICH an und sprach zu MIR: 

 

Wahrheit ist nicht flexibel. Es gibt nur JA oder NEIN.  Liebe ist es. Liebe kann Vieles sein. Wähle Liebe.

Meine Fresse, das, wie ich mich danach gefühlt habe, das war die DEFINITION von sich ertappt fühlen. Ziemlich. So richtig eindeutig.

Also übte ich mich darin, manchmal einfach nichts zu sagen- als bisher nicht gesehene Alternative zu Recht-haben -wollen. Und weißt du was? Das fühlte sich gut an. Leicht. Schön. Richtig. Respektvoll für den anderen. Nicht nur: ich, ich, ich, aber, aber, aber! Sondern Raum geben für das Gegenüber.

 

 

Ok, ich habe mir zwar fast die Zunge abgebissen, so fest musste ich rein beißen,  aber es macht so viel Sinn manchmal die Fresse zu halten. 

 

In Liebe, 

 

Moni

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